Tag 15: Barra 🥰

Ich kann ausschlafen, aber Wendy bringt mir kein Frühstücksei und ist auch bis jetzt nicht wieder aufgetaucht. Hoffentlich war sie mit unserem Gespräch nicht unzufrieden oder hat mir Übel genommen, dass ich sie nicht mit in meinen Pod genommen habe. Dafür lächelt die Blonde von hinten durchs Fenster.

Bevor wir beide uns die Insel angucken, will ich noch fix die anderen Fähren für uns buchen …denn auf 2 Inseln wollen wir noch. Das ist ne gute Idee, denn manche Verbindung, die ich gut gefunden hätte, ist schon ausgebucht oder nimmt kein Motorrad mehr mit. Das Ganze dauert also und ich eröffne mir sogar einen Account bei der Caledonischen Fährgesellschaft, damit es etwas schneller geht. Am Ende bin ich ganz zufrieden und wir können starten – einmal rund um Barra, was letztlich etwa 30 km werden.

Zunächst mal bis zum Flughafen, wo nur bei Ebbe gestartet und gelandet werden kann. Das Fahren auf den hügelig-kurvigen Single Tracks geht immer besser – wer den Anderen zuerst sieht, wartet auch tatsächlich in einer Passing Place Tasche – dafür bedankt sich der Andere. Die Insel ist toll …das letzte Stück zum Flughafen richtig voll.

Das ist der Flughafen und es ist Ebbe…
…und es landet auch ein Flugzeug.

Auf dem weiteren Weg laufen öfter Schafe auf der Straße und ich bin nicht sicher, was erschreckte Schafe tun …deshalb nähere ich mich langsam und bin froh, dass sie sich doch immer von der Straße weg trollen (im letzten Jahr in Norwegen hatte ich es da mit Kühen auf der Straße etwas schwerer).

Am Ende sitze ich im Hafen von Castlebay, wo ich gestern angekommen bin, im Postoffice-Tearoom bei Kaffee und Scone …hier nimmt man bislang erstmals nur Bares, aber ich bin vorbereitet. Am Nebentisch sitzt ein angenehmer älterer Herr mit seiner (ich nehme mal an) Enkelin, die mir gestern schon auf der Fähre aufgefallen waren. Ich bin ihm offenbar auch aufgefallen und er spricht mich kurz an …ob ich auf der Fähre war und jetzt hier around fahre. Yes 😊. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Kisimul Castle, von dem man nicht so ganz Genaues weiß. Ist es nun aus dem 11. oder dem 15. Jahrhundert …in jedem Falle gehörte es den Lords of the Isles und wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben. Diese Inselfürsten gehörten mal zu Norwegen, mal zu Schottland, aber nur formell – an sich waren sie unabhängig.

Hier wird auch überall gälisch ausgeschildert und gesprochen …und ich finde es hat gesprochen was Skandinavisches und geschrieben fast was Indisches. Ich wohne z.B. Sealladh An Iar. Natürlich sprechen trotzdem noch alle auch Englisch. Gälisch ist eine keltische Sprache und damit auch sehr alt (und Ursprung sehr vieler Sprachen), aber eben auch so ganz anders als Englisch.

Ich fahre langsam zurück und treffe schon unten an der Straße die beiden Jungs von Michelle und Stewart – sie freuen sich und winken. Am Ende bin ich 1 x um die Insel gefahren und überhaupt bin ich ab Dresden inzwischen 2000 km gefahren.

Ich nutze den Wind hier und häng Wäsche auf, schreibe den beiden was ins Gästebuch (denn das hat mir Michelle gestern so stolz gezeigt) und werd dann noch reichlich nichts tun, denn die Fähre morgen früh zurück fährt schon 6.55 Uhr, was wohl leider aufgrund der Gezeiten nicht anders geht.

Ach, wat is das schön und windig hier.

Am Abend regnet es, was das Lesen im Pod noch gemütlicher macht und Wendy taucht wieder auf. 🌧️ 🐓 😊


10 Gedanken zu “Tag 15: Barra 🥰

  1. Da hast Du ja etwas Schnuckliges empfohlen bekommen – wie eine Insel aus einem Bilderbuch! Allein die Fotos wirken beruhigend. Eine große Medaille für 2000 km, liebe Birgit, häng ich Dir um. Hab es behaglich🤗.

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  2. Das klingt so wunderbar entschleunigt. 2000 km, Respekt 🙏! Viel Spaß weiterhin und ganz lieben Dank für das Teilhaben an Deiner Reise in eine,mir völlig unbekannte Region. Bisher nur manchmal was im Weltspiegel oder Auslandjournal gesehen. Werd gleich mal in Anam Cara (Seelenfreund), dem Buch der keltischen Weisheit blättern, animiert durch Deinen Reisebericht. Gute Nacht! Birte

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    1. Det freut mich – vielleicht kannst du ja noch was zu den schottischen Gälen finden …mich hat das auch ein bisschen angefixt, dass die das hier noch so selbstverständlich sprechen.

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  3. Liebe Birgit, das waren heute ja super Bilder und wieder eine wunderschöne Tour. Da kann man auch voll bei deinen tollen Beschreibungen mit dabei sein und sich reinverrsetzen. Deine Kilometer sind schon beachtlich, aber es kommt ja noch einiges auf deiner Reise dazu. Schön ist es ohne Regen das zu erleben, hoffees bleibt auch weiter so. Also wenn Wendy dich immer besucht, könnte sie auch das Frühstücksei vorbei bringen. Dir einen gemütlichen Abend, gute Nacht und morgen gute Weiterfahrt. LG Martina

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  4. Wieder ein toller Beitrag, danke dass du uns an deiner Reise so teilhaben lässt, so bist du auch nicht so alleine unterwegs 😉. Die Fährüberfahrt klang ja spannend, ich hätte Sorge ob ich die Maschine mitsamt Gepäck überhaupt auf den Hsuptständer kriege 🙈.. Weiterhin gute Fahrt und so schöne Entdeckungen wie Barra!

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    1. Ich hab die so bepackt auch nur mit Hilfe auf den Hauptständer gekriegt, aber die gibts ja auf jeder Fähre …reichlich hilfsbereite Männer ☺️. Und ja, das Mitlesen und auch mal Kommentieren ist schön für mich. Danke dir 🙋🏻‍♀️

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