Ich kann ausschlafen, aber Wendy bringt mir kein FrĂŒhstĂŒcksei und ist auch bis jetzt nicht wieder aufgetaucht. Hoffentlich war sie mit unserem GesprĂ€ch nicht unzufrieden oder hat mir Ăbel genommen, dass ich sie nicht mit in meinen Pod genommen habe. DafĂŒr lĂ€chelt die Blonde von hinten durchs Fenster.

Bevor wir beide uns die Insel angucken, will ich noch fix die anderen FĂ€hren fĂŒr uns buchen âŠdenn auf 2 Inseln wollen wir noch. Das ist ne gute Idee, denn manche Verbindung, die ich gut gefunden hĂ€tte, ist schon ausgebucht oder nimmt kein Motorrad mehr mit. Das Ganze dauert also und ich eröffne mir sogar einen Account bei der Caledonischen FĂ€hrgesellschaft, damit es etwas schneller geht. Am Ende bin ich ganz zufrieden und wir können starten – einmal rund um Barra, was letztlich etwa 30 km werden.

ZunĂ€chst mal bis zum Flughafen, wo nur bei Ebbe gestartet und gelandet werden kann. Das Fahren auf den hĂŒgelig-kurvigen Single Tracks geht immer besser – wer den Anderen zuerst sieht, wartet auch tatsĂ€chlich in einer Passing Place Tasche – dafĂŒr bedankt sich der Andere. Die Insel ist toll âŠdas letzte StĂŒck zum Flughafen richtig voll.




Auf dem weiteren Weg laufen öfter Schafe auf der StraĂe und ich bin nicht sicher, was erschreckte Schafe tun âŠdeshalb nĂ€here ich mich langsam und bin froh, dass sie sich doch immer von der StraĂe weg trollen (im letzten Jahr in Norwegen hatte ich es da mit KĂŒhen auf der StraĂe etwas schwerer).

Am Ende sitze ich im Hafen von Castlebay, wo ich gestern angekommen bin, im Postoffice-Tearoom bei Kaffee und Scone âŠhier nimmt man bislang erstmals nur Bares, aber ich bin vorbereitet. Am Nebentisch sitzt ein angenehmer Ă€lterer Herr mit seiner (ich nehme mal an) Enkelin, die mir gestern schon auf der FĂ€hre aufgefallen waren. Ich bin ihm offenbar auch aufgefallen und er spricht mich kurz an âŠob ich auf der FĂ€hre war und jetzt hier around fahre. Yes đ. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Kisimul Castle, von dem man nicht so ganz Genaues weiĂ. Ist es nun aus dem 11. oder dem 15. Jahrhundert âŠin jedem Falle gehörte es den Lords of the Isles und wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben. Diese InselfĂŒrsten gehörten mal zu Norwegen, mal zu Schottland, aber nur formell – an sich waren sie unabhĂ€ngig.

Hier wird auch ĂŒberall gĂ€lisch ausgeschildert und gesprochen âŠund ich finde es hat gesprochen was Skandinavisches und geschrieben fast was Indisches. Ich wohne z.B. Sealladh An Iar. NatĂŒrlich sprechen trotzdem noch alle auch Englisch. GĂ€lisch ist eine keltische Sprache und damit auch sehr alt (und Ursprung sehr vieler Sprachen), aber eben auch so ganz anders als Englisch.
Ich fahre langsam zurĂŒck und treffe schon unten an der StraĂe die beiden Jungs von Michelle und Stewart – sie freuen sich und winken. Am Ende bin ich 1 x um die Insel gefahren und ĂŒberhaupt bin ich ab Dresden inzwischen 2000 km gefahren.
Ich nutze den Wind hier und hĂ€ng WĂ€sche auf, schreibe den beiden was ins GĂ€stebuch (denn das hat mir Michelle gestern so stolz gezeigt) und werd dann noch reichlich nichts tun, denn die FĂ€hre morgen frĂŒh zurĂŒck fĂ€hrt schon 6.55 Uhr, was wohl leider aufgrund der Gezeiten nicht anders geht.

Am Abend regnet es, was das Lesen im Pod noch gemĂŒtlicher macht und Wendy taucht wieder auf. đ§ïž đ đ
Da hast Du ja etwas Schnuckliges empfohlen bekommen – wie eine Insel aus einem Bilderbuch! Allein die Fotos wirken beruhigend. Eine groĂe Medaille fĂŒr 2000 km, liebe Birgit, hĂ€ng ich Dir um. Hab es behaglichđ€.
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Danke – das hab ich gerade sehr đ
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Das klingt so wunderbar entschleunigt. 2000 km, Respekt đ! Viel SpaĂ weiterhin und ganz lieben Dank fĂŒr das Teilhaben an Deiner Reise in eine,mir völlig unbekannte Region. Bisher nur manchmal was im Weltspiegel oder Auslandjournal gesehen. Werd gleich mal in Anam Cara (Seelenfreund), dem Buch der keltischen Weisheit blĂ€ttern, animiert durch Deinen Reisebericht. Gute Nacht! Birte
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Det freut mich – vielleicht kannst du ja noch was zu den schottischen GĂ€len finden âŠmich hat das auch ein bisschen angefixt, dass die das hier noch so selbstverstĂ€ndlich sprechen.
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Ich hab mal einen Ăbetsetzer bemĂŒht: sealladh an iar heiĂt einfach âwestliche Ansichtâ
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Spannend. Ich schau mal, ob ich was finde
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Liebe Birgit, das waren heute ja super Bilder und wieder eine wunderschöne Tour. Da kann man auch voll bei deinen tollen Beschreibungen mit dabei sein und sich reinverrsetzen. Deine Kilometer sind schon beachtlich, aber es kommt ja noch einiges auf deiner Reise dazu. Schön ist es ohne Regen das zu erleben, hoffees bleibt auch weiter so. Also wenn Wendy dich immer besucht, könnte sie auch das FrĂŒhstĂŒcksei vorbei bringen. Dir einen gemĂŒtlichen Abend, gute Nacht und morgen gute Weiterfahrt. LG Martina
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Ich vermute, das FrĂŒhstĂŒcksei bleibt im Haupthaus âŠgerade gackert Wendy unter meinem Fenster beim Lesen – sĂŒĂ
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Wieder ein toller Beitrag, danke dass du uns an deiner Reise so teilhaben lĂ€sst, so bist du auch nicht so alleine unterwegs đ. Die FĂ€hrĂŒberfahrt klang ja spannend, ich hĂ€tte Sorge ob ich die Maschine mitsamt GepĂ€ck ĂŒberhaupt auf den HsuptstĂ€nder kriege đ.. Weiterhin gute Fahrt und so schöne Entdeckungen wie Barra!
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Ich hab die so bepackt auch nur mit Hilfe auf den HauptstĂ€nder gekriegt, aber die gibts ja auf jeder FĂ€hre âŠreichlich hilfsbereite MĂ€nner âșïž. Und ja, das Mitlesen und auch mal Kommentieren ist schön fĂŒr mich. Danke dir đđ»ââïž
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