Tag 28: Tag der schönen Begegnungen

Beim Frühstück sitze ich mit Leuten vom slowakischen Radsportteam. Sie sehen nicht aus wie Fahrer und die starten auch in ner halben Stunde in Edinburgh für 270 km 😳 …die Slowaken haben nur 2 Fahrer am Start und die Favoriten kommen aus Belgien und den Niederlanden – hab ich gestern noch recherchiert.

Nach dem Frühstück überfällt mich eine große Zusammenpackmüdigkeit …ich hätte auch heute noch Zeit für das im Moment noch trockene Stirling, aber ich mag mir auch nichts mehr angucken. Es wird einfach wirklich Zeit, um nach Hause zu fahren.

Als ich dann doch packe, treffe ich junge Französinnen in Radklamotten. Die waren wohl gestern mit dem Junioren-Straßenrennen dran und machen am 11. hier in Stirling mit den Einzelfahrten weiter und wollen jetzt trainieren.

Es ist schwierig, aus Stirling rauszukommen, aber viele rumstehende Ordner zeigen einem den Weg. Dann mal wieder ein Stück Autobahn ist auch schön …zügig und geradeaus auf eigener Spur. Alle Anzeigen weisen auf die Weltmeisterschaft mit ihrer Tour heute Edinburgh-Glasgow hin. Eine Freundin schlug nach meinem Berg- und Kurven-Gejammere schon vor …nur noch Norddeutschland oder amerikanische Highways. Warum nicht? Die Grandes Alpes trau ich mich wahrscheinlich nicht, obwohl ich sie anvisiert hatte.

Am Stadtrand von Edinburgh halte ich an einer verlassen aussehenden Bushaltestelle …hab heute viel Zeit. Als ich mich niederlasse, kommt doch eine junge Frau und ich frage sie, ob hier ein Bus kommt …in 3 min. – oh, dann muss ich weg hier. Da hält ein anderes Motorrad und ein netter bärtiger Typ fragt, wie es geht. Ich frage ihn, ob er plaudern will …das Wort versteht er nicht. Er ist Neuseeländer und kann nur ein bisschen deutsch …wir müssen beide los und die Bushaltstelle räumen. Schade, ich hätte gern geplaudert mit schlechtem Englisch und schlechtem Deutsch – der wirkte irgendwie sympathisch.

Ich finde zu meinem Hotel – ziemlich zentral in Edinburgh – das mit der Besitzerin, die schon vor Wochen so eindringlich vorm Motorradklau gewarnt hat. Ich finde leider auch keine geschützte oder versteckte Stelle und frage nochmal nach der Stelle, die sie für die Breite meiner Blonden dann doch zu eng fand.

🥴 Ich glaube, sie hat Recht …außerdem ist zugeparkt und ein hoher Bordstein davor. Sie holt ihrem Mann und ihren Sohn und wir versuchen es – ich staune, wieviel Kraft diese kleinen, zart anmutenden Asiaten haben und wie geschickt der Vater einlenkt. Phasenweise lenken und halten und heben und schieben wir zu viert an der Blonden …ich muss die Spiegel einklappen, aber wir schaffen das 💪🏻 (aber da „komme ich wirklich nie wieder raus“).

Ist das nicht ne Meisterleistung – quasi nicht-klaubar, aber hoffentlich überhaupt wieder rauszukriegen 🤔
Im Hotel hängt auch nur in deutsch nochmal ne Warnung der schottischen Polizei.

Zur Belohnung gibts Mythos, Ouzo, Tzaziki, Greek Salat und Griechischen Kaffee bei einem Griechen in der Nähe mit Live-Musik ab 13.30 Uhr am Sonntag (das ist gleich).

So schön alles – Essen, Sprache, Musik und Olivenbaum aufm Tisch. Vielleicht muss ich wieder mal nach Griechenland.

Hier ist ein wirklich buntes Viertel und ich kann mir Halbstarken-Gangs beim Motorräderklau vorstellen, aber gerade fühlt es sich auch sehr aufgehoben und vertraut an.

Das WM-Straßenrennen wurde 80 km nach dem Start für eine Stunde unterbrochen, weil 5 Aktivisten auf der Straße klebten (weshalb Radrennen?) …und noch ist nichts entschieden, wobei der Niederländer Mathieu van der Poel an der Spitze liegt …und offenbar mehr als die Hälfte des Starterfeldes schon ausgestiegen ist. Wie lange fährt man eigentlich mit dem Rad für 270 km?

Ich dusche und wasche nochmal was durch, bevor ich in Richtung Highstreet gehen will, um nach dem Fringe-Festival zu gucken…

Die ganze Stadt ist Festival …überall bittet dich jemand in eine Vorstellung – wie ein riesengroßer Schaubudensommer (für die Dresdner).

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