Tag 23: Zurück auf die Mull of Kintyre

„Mull of Kintyre“ ist übrigens gar kein Beatles-Song (wie mindestens ich dachte) – die Beatles hatten sich 1970 aufgelöst und McCartneys Folgeband Wings brachte ihn 1977 raus und toppte damit sogar die Beatles. Zu der Zeit lebte McCartney hier auf einer Farm und bat sogar die Campeltown-Pipe-Band Teil dieses Liebesliedes auf die Halbinsel zu werden.

Ansonsten beginnt der Tag wie er aufgehört hat …mit Regen. Vorteil scheint zu sein, dass so die Midgets nicht in Aktion treten …die es bei der noch trockenen Ankunft reichlich auf Islay gab. Ich packe also, zieh mir die Regenkluft über und fahr nach Port Ellen rüber. Es scheint ganz schön hier …wenn’s nicht so feucht wäre. Ich finde eine Tankstelle und auch einen Coop, fahre mal wieder kurz rechts 🫣 (ich muss mir halt wirklich beim Losfahren immer nochmal „links“ sagen) und dann zum Fähranleger und warte dann im Warmen. Andere total durchnässte Biker kommen …eine BMW Trophy mit Boxermotor und 2 nassen Schweden und ein Radfahrer aus Köln, ders schon bissl satt hat mit dem Regen und nach Glasgow will.

Tschüß schön gelegener Pod auf Islay.
Schönes, aber verregnetes Port Ellen.

Die Fähre zurück nach Kennacraig geht schon 13 Uhr und ist meine letzte Fahrt mit CalMac – kein Inselhopping mehr für dieses Mal. Die Dame im Ferry-Cafe war vor 2 Tagen spätnachmittags auch auf der Fähre nach Port Askaig – scheint n harter Job auf den Fähren. Ich freu mich über den Kaffee und überhaupt sind hier alle immer sehr freundlich und geduldig …und der Rest des Tages soll trocken werden (das wäre super 😀).

Ein letztes CalMac-Verzurren 👍🏻
Das letzte Mal runter von ner CalMac.

Fast alle fahren nach Norden …ich will nach Süden ans Southend der Kintyre in ein einsames Rettungsboothaus, wo ich mal für 4 Nächte bleibe. Ich brauch ne Rumzieh-Pause.

Natürlich fängt es wieder an zu regnen. Lautes Fluchen verscheucht den Regen nur kurz. Ach Mensch …es ist neblig und nass – der immer schmaler werdende Weg ist schlecht zu sehen und irgendwie trotzdem viel Verkehr. Kurz bevor ich da bin, mach ich noch ein Kaffee-Päuschen und merke, dass ich mich einem A… der Welt nähere, hoffentlich isser schön.

Im Tearoom gibts Schnulli aus vergangener Zeit und ansonsten nicht viel und man muss bar zahlen.
Ich werde die nächsten Tage testen, ob das stimmt. 😉

Dann fahre ich durch einen Golfplatz und ein bisschen offroad – tja, die Wege in die Einsamkeit sind halt nicht geteert – gut, dass ich mir nicht alles vorher überlege. Und da bin ich nun. Donald empfängt mich und hat mir einen glitschig nassen Spalt neben dem Rettungsboothaus zum Parken zugedacht – ich versuch’s und er muss mit anfassen. (Ich denke ja „da krieg ich die Blonde nie wieder raus“ 🫣).

Und da bin ich jetzt und bleibe ein bisschen. Gegenüber ist schon Irland.
Wer’s einsam will, der kriegt es einsam, denn Donald weist mich nur kurz ein und fährt dann wieder.

Das ist ein ehemaliges Rettungsboothaus und offenbar wurde nicht jeder gerettet oder ist vielleicht auch beim Retten ertrunken.

Etwa 10 m vor meiner Tür beginnt das Wasser.

11 Gedanken zu “Tag 23: Zurück auf die Mull of Kintyre

  1. Liebe Birgit, das Tief über Schottland ist ja wirklich hartnäckig. Ich wünsche Dir mal ein paar regenfreie Tage.
    Aber schön, hast Du es!
    Genieße die Zeit mit Dir! Was hast Du denn ohne Motorrad vor?
    Bis morgen, liebe Grüße
    Birte

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  2. Liebe Birgit, deine Übernachtung für die nächsten Tage ist ja toll. Den Regen ☔ kann ich nachvollziehen. Hier hat es heute fast den ganzen Tag geregnet. Es reicht eigentlich hier und bei dir auch. Dann erholen dich die Tage gut und genieße die Ruhe mit Spaziergängen und Lesen, bei hoffentlich trockenem Wetter. Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht Dir Martina

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  3. Was für ein Ort für die nächsten Tage. Schön, dass Du eine Fahrpause einlegt. Ich drücke die Daumen, dass sie auch wetterfreundlich wird.
    Heute haben sich im Zug zwei Mitfahrerinnen über Motorräder ausgetauscht, da war ich bei Dir in Gedanken.
    PS: Nach so viel schottischem Regen kannst Du getrost nach HH ziehen…

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    1. Das ist durchaus nicht abwegig – die Stadt und die Leute würden mir liegen, aber das Wohnen dort ist so unverschämt teuer 🤷🏻‍♀️
      Hab einen schönen Abend – ich hab heiß gebadet und lieg im Bett mit Blick aufs Wasser 🥰

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  4. … aber schön versteckt steht sie. Sieht gemütlich aus.

    … hm, und das Rettungsboot Haus … wahrscheinlich musst du ja aber nicht gerettet werden …

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    1. Ist ja auch kein Lifeboat House mehr 🤷🏻‍♀️ …und ja, es ist gemütlich (bissl zu groß und zu alt-feucht, um ganz kuschelig zu sein), aber ich mach das Beste draus 👍🏻

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      1. Ja, mach das Beste draus – manchmal geht es mir auch so und wenn es nicht ganz sehr schlimm ist, bin ich nach einer Nacht bis zum nächsten Mittag soweit eingewöhnt. Es passiert schon oft, das ich ankomme und mich nicht gleich ganz gechillt fühle …
        Auch auf manchen Zeltplätzen …

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